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Emperor Akihito japanisch
* 1933

Akihito, Kaiser emeritus von Japan

geb. Akihito

Japanischer Kaiser emeritus, früheres Staatsoberhaupt und Ichthyologe

japanisch japanisch 8 Aufrufe 5 Min. Lesezeit
92
Jahre alt
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Geboren
23.12.1933
Geburtsort
Kaiserpalast, Tokio, Japan
Herkunft
japanisch japanisch
Akihito war von 1989 bis 2019 der 125. Kaiser Japans. Er prägte die Nachkriegsmonarchie durch Nähe zur Bevölkerung, Friedensgedenken und Versöhnung und ist zudem als Forscher zur Taxonomie der Grundeln bekannt.

Lebenslauf

Akihito wurde am 23. Dezember 1933 im Kaiserpalast in Tokio geboren. Er ist der älteste Sohn und das fünfte Kind von Kaiser Hirohito, der nach seinem Tod als Kaiser Shōwa bezeichnet wurde, und Kaiserin Nagako. Als persönlicher Kindheitstitel wurde ihm Tsugu-no-miya, auf Deutsch etwa Prinz Tsugu, verliehen. Da die japanische Thronfolge männlichen Mitgliedern der Kaiserfamilie vorbehalten war, galt Akihito von Geburt an als künftiger Thronfolger.

Kindheit und Ausbildung

Akihito besuchte die Bildungseinrichtungen der Gakushūin, an denen traditionell Kinder des japanischen Adels und der Kaiserfamilie unterrichtet wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er gemeinsam mit Mitschülern zeitweise aus Tokio evakuiert. Das Kriegsende im August 1945 und die anschließende amerikanische Besatzung veränderten die Stellung des Kaiserhauses grundlegend. Die japanische Verfassung von 1947 definierte den Kaiser nicht mehr als souveränen Herrscher, sondern als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes.

In der Nachkriegszeit erhielt Akihito zusätzlichen Unterricht in englischer Sprache und westlicher Kultur. Zu seinen Lehrerinnen gehörte die amerikanische Quäkerin Elizabeth Gray Vining. Später studierte er an der Gakushūin-Universität unter anderem Politik und Wirtschaft und beendete dort 1956 seine Ausbildung als Sonderstudent. Im November 1952 wurde er im Alter von 18 Jahren offiziell als Kronprinz investiert. Im Juni 1953 vertrat er Japan bei der Krönung von Königin Elizabeth II. in London und besuchte auf seiner ersten großen Auslandsreise zahlreiche Länder Europas und Nordamerikas.

Ehe mit Michiko und Familie

Am 10. April 1959 heiratete Kronprinz Akihito Michiko Shōda. Sie stammte nicht aus dem Adel und war die erste Bürgerliche, die einen japanischen Kronprinzen heiratete. Die Hochzeit fand große öffentliche Aufmerksamkeit und trug zu einem moderneren Bild der Kaiserfamilie bei. Akihito und Michiko hatten sich zuvor bei einem Tennisturnier kennengelernt.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: der heutige Kaiser Naruhito, geboren 1960, Kronprinz Fumihito, geboren 1965, und die frühere Prinzessin Sayako, geboren 1969. Das Paar übernahm bei der Erziehung seiner Kinder stärker selbst Verantwortung, als es in früheren Generationen der Kaiserfamilie üblich gewesen war. Akihito und Michiko traten während ihrer gemeinsamen öffentlichen Arbeit meist als eng verbundenes Team auf.

Thronbesteigung und Heisei-Zeit

Nach dem Tod seines Vaters bestieg Akihito am 7. Januar 1989 als 125. Kaiser Japans den Chrysanthementhron. Seine feierliche Inthronisation fand am 12. November 1990 im Kaiserpalast statt. Mit seiner Regentschaft begann die Heisei-Zeit, deren Name sinngemäß mit „Frieden überall“ wiedergegeben werden kann.

Akihito besaß gemäß der japanischen Verfassung keine politische Regierungsgewalt. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem die formelle Ernennung des Ministerpräsidenten und des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs nach den Entscheidungen der zuständigen Staatsorgane, die Eröffnung des Parlaments, der Empfang ausländischer Staatsgäste und zahlreiche repräsentative Termine. Er bemühte sich darum, die symbolische Funktion des Kaisers durch persönliche Nähe zur Bevölkerung mit Leben zu füllen.

Gemeinsam mit Kaiserin Michiko bereiste er alle Präfekturen Japans, besuchte soziale Einrichtungen und sprach mit Menschen, die von Naturkatastrophen betroffen waren. Nach dem schweren Erdbeben, dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe vom März 2011 wandte er sich in einer seltenen Fernsehansprache direkt an die Bevölkerung. Später besuchte das Kaiserpaar Notunterkünfte und verwüstete Regionen, um den Betroffenen Trost und Anteilnahme auszudrücken.

Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

Ein zentraler Schwerpunkt von Akihitos Regentschaft war das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Er besuchte Hiroshima, Nagasaki, Okinawa und zahlreiche weitere Orte, die durch Krieg und Gewalt geprägt worden waren. Auslandsreisen führten ihn unter anderem nach Saipan, Palau und auf die Philippinen, wo im Krieg besonders viele Menschen durch japanische Streitkräfte und die Kämpfe gegen die Alliierten ums Leben gekommen waren.

Akihito äußerte wiederholt Trauer über das Leid des Krieges und sprach von tiefer Reue. Dabei vermied er parteipolitische Stellungnahmen, setzte jedoch deutliche Zeichen für Frieden und Versöhnung. Seine Haltung war historisch bedeutsam, da sein Vater während des Krieges Kaiser gewesen war. Akihitos Gedenkreisen halfen dabei, die Nachkriegsrolle des Kaiserhauses als friedliches und verbindendes Symbol zu festigen.

Wissenschaftliche Arbeit als Ichthyologe

Neben seinen kaiserlichen Pflichten beschäftigte sich Akihito über Jahrzehnte wissenschaftlich mit Fischen. Sein Spezialgebiet war die Systematik und Taxonomie der Grundeln, einer artenreichen Fischfamilie. Als Mitglied der Ichthyologischen Gesellschaft Japans veröffentlichte er zwischen 1963 und 1989 rund 30 Beiträge in deren Fachzeitschrift. Außerdem wirkte er an wissenschaftlichen Standardwerken über die Fischarten des japanischen Archipels mit.

Auch als Kaiser setzte Akihito seine Forschung fort. Er veröffentlichte Beiträge in international angesehenen Zeitschriften wie „Science“ und „Nature“ und befasste sich neben der Fischkunde mit der Geschichte der Naturwissenschaften in Japan. Mehrere Fischarten und sogar eine Grundelgattung wurden zu seinen Ehren benannt. Seine wissenschaftliche Tätigkeit unterschied ihn von den meisten anderen amtierenden Monarchen und verschaffte ihm Anerkennung in der Fachwelt.

Abdankung

Am 8. August 2016 wandte sich Akihito in einer aufgezeichneten Videobotschaft an die japanische Bevölkerung. Ohne das verfassungsrechtlich heikle Wort Abdankung ausdrücklich zu verwenden, erklärte er, dass sein hohes Alter und seine nachlassende körperliche Kraft die vollständige Erfüllung seiner Aufgaben künftig erschweren könnten. Da das geltende Gesetz über den Kaiserhaushalt keine Abdankung vorsah, verabschiedete das japanische Parlament ein Sondergesetz für diesen Einzelfall.

Am 30. April 2019 dankte Akihito im Alter von 85 Jahren ab. Er war der erste japanische Kaiser seit Kaiser Kōkaku im Jahr 1817, der den Thron zu Lebzeiten aufgab. Am folgenden Tag wurde sein ältester Sohn Naruhito Kaiser, und die Reiwa-Zeit begann. Akihito trägt seither den Titel Jōkō, der international als Emperor Emeritus und auf Deutsch als Kaiser emeritus wiedergegeben wird. Michiko wurde Kaiserin emerita.

Bedeutung

Akihito prägte das japanische Kaiserhaus durch Zurückhaltung, Pflichtbewusstsein und eine ungewöhnlich direkte Nähe zur Bevölkerung. Seine Besuche bei Katastrophenopfern, sein Einsatz für das Friedensgedenken und seine Reisen zu ehemaligen Kriegsschauplätzen stärkten das Bild des Kaisers als mitfühlendes Symbol des modernen Japan. Zugleich bewies seine wissenschaftliche Arbeit, dass sich eine traditionelle royale Rolle mit ernsthafter akademischer Forschung verbinden lässt.

Die Abdankung von 2019 war ein historischer Einschnitt. Sie löste eine breite Diskussion über die Aufgaben, die Belastung und die Zukunft der japanischen Monarchie aus. Akihitos Regentschaft gilt deshalb als wichtige Phase der Annäherung zwischen dem traditionsreichen Kaiserhaus und der demokratischen Gesellschaft des Nachkriegsjapans.

Lebens-Timeline

1933
Geburt in Tokio
Akihito wird als ältester Sohn von Kaiser Hirohito und Kaiserin Nagako im Kaiserpalast geboren.
1952
Investitur als Kronprinz
Im Alter von 18 Jahren wird Akihito offiziell zum japanischen Kronprinzen ernannt.
1959
Heirat mit Michiko Shōda
Akihito heiratet Michiko Shōda, die erste Bürgerliche an der Seite eines japanischen Kronprinzen.
1989
Thronbesteigung
Nach dem Tod seines Vaters wird Akihito der 125. Kaiser Japans.
1990
Feierliche Inthronisation
Akihitos Inthronisationszeremonie findet im Kaiserpalast in Tokio vor internationalen Gästen statt.
2016
Botschaft über seine Amtsfähigkeit
Akihito erklärt öffentlich, dass Alter und Gesundheit die Erfüllung seiner kaiserlichen Pflichten künftig erschweren könnten.
2019
Historische Abdankung
Akihito dankt als erster japanischer Kaiser seit mehr als 200 Jahren zu Lebzeiten ab.

Zitate

The first and foremost duty of the Emperor is to pray for peace and happiness of all the people.

— Akihito, Kaiser emeritus von Japan · Videobotschaft über seine Rolle und künftigen Pflichten, 2016

I earnestly hope that the ravages of war will never be repeated.

— Akihito, Kaiser emeritus von Japan · Ansprache bei der Gedenkzeremonie für die Kriegstoten, 2015

I pray, with all my heart, for peace and happiness for all the people in Japan and around the world.

— Akihito, Kaiser emeritus von Japan · Abschiedsworte bei der Abdankungszeremonie, 2019

Häufige Fragen

Wann war Akihito Kaiser von Japan?
Akihito regierte vom 7. Januar 1989 bis zu seiner Abdankung am 30. April 2019.
Warum dankte Kaiser Akihito ab?
Er befürchtete, seine umfangreichen Pflichten wegen seines hohen Alters und seiner nachlassenden körperlichen Kraft nicht mehr vollständig erfüllen zu können.
Wer ist die Ehefrau von Akihito?
Seine Ehefrau ist Michiko Shōda, die seit der Abdankung den Titel Kaiserin emerita trägt.
Wie viele Kinder haben Akihito und Michiko?
Sie haben drei Kinder: Kaiser Naruhito, Kronprinz Fumihito und die frühere Prinzessin Sayako Kuroda.
Auf welchem Gebiet forschte Kaiser Akihito?
Akihito ist Ichthyologe und erforschte vor allem die Systematik und Taxonomie der Grundeln.
#Heisei-Zeit #Japanisches Kaiserhaus #Kaiser Michiko

Quellen

Imperial Household Agency – Their Majesties the Emperor Emeritus and Empress Emerita/[https://www.kunaicho.go.jp/en/learn/about/history/history02.html
Imperial](https://www.kunaicho.go.jp/en/learn/about/history/history02.html
Imperial) Household Agency – Message from His Majesty the Emperor, 8 August 2016/[https://www.kunaicho.go.jp/page/okotoba/detailEn/12.html
Imperial](https://www.kunaicho.go.jp/page/okotoba/detailEn/12.html
Imperial) Household Agency – Remarks at the Abdication Ceremony, 30 April 2019/[https://www.kunaicho.go.jp/page/okotoba/detailEn/46.html
Ministry](https://www.kunaicho.go.jp/page/okotoba/detailEn/46.html
Ministry) of Foreign Affairs of Japan – His Majesty’s Research/[https://www.mofa.go.jp/s_sa/sea2/ph/page24e_000131_2017.html](https://www.mofa.go.jp/s_sa/sea2/ph/page24e_000131_2017.html)
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