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Boris Becker deutsch
* 1967

Boris Becker

geb. Boris Franz Becker

Deutscher Tennisspieler, sechsfacher Grand-Slam-Sieger, Olympiasieger und Trainer

deutsch deutsch 2 Aufrufe 5 Min. Lesezeit
58
Jahre alt
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Geboren
22.11.1967
Geburtsort
Leimen, Deutschland
Herkunft
deutsch deutsch
Größe
191 cm
Boris Becker ist ein ehemaliger deutscher Tennisspieler und sechsfacher Grand-Slam-Sieger. Als 17-Jähriger gewann er 1985 Wimbledon; später wurde er Weltranglistenerster, Olympiasieger, Trainer und TV-Experte.

Lebenslauf

Boris Franz Becker wurde am 22. November 1967 in Leimen bei Heidelberg geboren. Sein Vater Karl-Heinz Becker war Architekt und errichtete das Tenniszentrum Blau-Weiß Leimen, in dem Boris früh mit dem Sport in Berührung kam. Seine Mutter Elvira unterstützte die aufwendige Ausbildung ihres Sohnes. Becker begann im Kindesalter regelmäßig zu trainieren und wurde später vom Deutschen Tennis Bund gefördert. Zu seinen wichtigsten Begleitern am Beginn der Profikarriere gehörten Trainer Günther Bosch und Manager Ion Țiriac. 1984 wechselte Becker im Alter von 16 Jahren ins Profilager.

Der historische Wimbledon-Sieg von 1985

Seinen ersten bedeutenden Tourtitel gewann Becker im Juni 1985 auf dem Rasen des Londoner Queen’s Club. Wenige Wochen später schrieb er in Wimbledon Sportgeschichte. Am 7. Juli 1985 besiegte er im Finale den US-Amerikaner Kevin Curren in vier Sätzen. Mit 17 Jahren und 227 Tagen wurde Becker zum jüngsten Sieger des Herreneinzels in Wimbledon. Er war außerdem der erste ungesetzte Spieler und der erste Deutsche, der den Titel im Herreneinzel des Turniers gewann.

Der Erfolg machte ihn über Nacht zu einem der bekanntesten Menschen in Deutschland. Seine spektakulären Sprünge und Hechtvolleybälle, sein kraftvoller Aufschlag und sein emotionales Auftreten begeisterten ein großes Publikum. Wegen seines druckvollen Spiels erhielt er den Spitznamen „Bum-Bum-Boris“. 1986 verteidigte Becker seinen Wimbledon-Titel mit einem Finalsieg gegen Ivan Lendl.

Erfolge in Wimbledon, New York und Melbourne

Beckers erfolgreichstes Jahr war 1989. Er gewann zum dritten Mal Wimbledon, bezwang im Endspiel Stefan Edberg und holte anschließend bei den US Open gegen Ivan Lendl seinen ersten Major-Titel außerhalb Londons. Mit der deutschen Mannschaft verteidigte er zudem den Davis Cup, den das Team bereits 1988 erstmals gewonnen hatte. Beckers Duelle mit Edberg, Lendl, John McEnroe, Andre Agassi und später Pete Sampras gehörten zu den prägenden Begegnungen seiner Epoche.

1991 gewann Becker die Australian Open und erreichte erstmals Platz eins der Weltrangliste. Insgesamt stand er zwölf Wochen an der Spitze. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewann er gemeinsam mit Michael Stich die Goldmedaille im Doppel. Seinen sechsten und letzten Grand-Slam-Titel errang Becker 1996 bei den Australian Open. In seiner gesamten Laufbahn gewann er 49 Einzel- und 15 Doppeltitel. Er erreichte sieben Wimbledon-Endspiele und triumphierte dort dreimal.

Spielweise und Bedeutung für das deutsche Tennis

Becker war ein offensiv ausgerichteter Spieler, dessen Stärken besonders auf schnellen Belägen zur Geltung kamen. Nach einem harten ersten Aufschlag rückte er häufig unmittelbar ans Netz vor. Seine kraftvollen Volleys, die beidhändige Rückhand und seine Bereitschaft, sich nach weit entfernten Bällen zu werfen, machten ihn unverwechselbar. Auf Sand erreichte er zwar dreimal das Halbfinale der French Open, gewann aber keinen Einzeltitel auf diesem Belag.

Gemeinsam mit Steffi Graf löste Becker in den 1980er-Jahren einen Tennisboom in Deutschland aus. Fernsehsender übertrugen seine Spiele bis spät in die Nacht, Mitgliederzahlen in Vereinen stiegen und Tennis wurde zeitweise zu einer der populärsten Sportarten des Landes. Besonders seine Einsätze im Davis Cup besaßen große öffentliche Bedeutung. Seine Bilanz im Einzel des Mannschaftswettbewerbs lautete 38 Siege bei nur drei Niederlagen.

Karriereende und Arbeit als Trainer

Am 30. Juni 1999 verlor Becker in Wimbledon im Achtelfinale gegen Patrick Rafter und erklärte anschließend seine aktive Karriere für beendet. 2003 wurde er in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Danach arbeitete er als Kommentator, Analyst, Autor und Unternehmer. Von Ende 2013 bis 2016 gehörte er als Cheftrainer zum Team von Novak Djokovic. Während der Zusammenarbeit gewann Djokovic sechs Grand-Slam-Titel, darunter 2016 erstmals die French Open, und hielt zeitweise alle vier Major-Trophäen gleichzeitig. Becker betreute später kurzzeitig auch Holger Rune.

Finanzielle und juristische Probleme

Das Leben nach der Sportkarriere war wiederholt von finanziellen und juristischen Problemen geprägt. 2002 verurteilte ein Münchner Gericht Becker wegen Steuerhinterziehung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe. 2017 wurde er in Großbritannien für insolvent erklärt. Im April 2022 verurteilte ihn ein Londoner Gericht wegen vier Verstößen gegen das britische Insolvenzrecht zu zweieinhalb Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er Vermögenswerte und Kredite nicht ordnungsgemäß offengelegt hatte.

Becker verbüßte rund acht Monate seiner Strafe, wurde am 15. Dezember 2022 vorzeitig entlassen und anschließend nach Deutschland abgeschoben. 2024 hob ein britisches Gericht die Aussetzung seiner Entlassung aus dem Insolvenzverfahren auf, nachdem Becker eine Vereinbarung mit Gläubigern getroffen hatte. Er sprach später offen über die Haft, persönliche Fehlentscheidungen und den Versuch, sein Leben neu aufzubauen.

Privatleben und Familie

Boris Becker war zunächst mit Barbara Becker und später mit Sharlely „Lilly“ Becker verheiratet. Seit September 2024 ist er mit der Risikoanalystin Lilian de Carvalho Monteiro verheiratet. Becker ist Vater von fünf Kindern: Noah, Elias, Anna, Amadeus und Zoë Vittoria, die im November 2025 geboren wurde. Nach seiner Haftentlassung lebte er mit seiner Familie in Italien und nahm seine Tätigkeit als Tennisexperte, Redner und Autor wieder auf.

Vermächtnis

Boris Becker gehört zu den erfolgreichsten deutschen Tennisspielern der Geschichte. Sein Wimbledon-Triumph im Alter von 17 Jahren bleibt einer der bekanntesten Momente des deutschen Sports. Sechs Grand-Slam-Titel, olympisches Gold, die Führung der Weltrangliste und zwei Davis-Cup-Siege begründen seinen sporthistorischen Rang. Zugleich ist sein öffentliches Bild von privaten Krisen, finanziellen Fehlentscheidungen und strafrechtlichen Verurteilungen geprägt. Gerade dieser Gegensatz zwischen frühem Weltruhm, sportlicher Größe und späterem Absturz macht seine Biografie außergewöhnlich. Als Spieler veränderte Becker mit seinem kraftvollen Serve-and-Volley-Tennis die Wahrnehmung des Sports; als Trainer trug er später zu einer besonders erfolgreichen Phase Novak Djokovics bei.

Lebens-Timeline

1967
Geburt in Leimen
Boris Franz Becker wird in Leimen bei Heidelberg geboren.
1985
Erster Wimbledon-Titel
Mit 17 Jahren und 227 Tagen wird Becker zum jüngsten Sieger des Wimbledon-Herreneinzels.
1989
Sieg bei den US Open
Nach seinem dritten Wimbledon-Titel besiegt Becker Ivan Lendl im Finale der US Open.
1991
Australian-Open-Sieg und Nummer eins
Durch den Finalsieg gegen Ivan Lendl gewinnt Becker seinen vierten Major-Titel und erreicht die Weltranglistenspitze.
1992
Olympiasieger im Doppel
Gemeinsam mit Michael Stich gewinnt Becker bei den Spielen in Barcelona die Goldmedaille.
1999
Ende der Profikarriere
Nach seiner Niederlage gegen Patrick Rafter in Wimbledon erklärt Becker seinen Rücktritt.
2003
Aufnahme in die Tennis Hall of Fame
Becker wird für seine außergewöhnliche Karriere in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen.

Zitate

I’m going on court to win, to fight, to do what I can.

— Boris Becker · International Tennis Hall of Fame, nach dem Wimbledon-Finale, 1985

They called me a phenomenon. There’s a German word, wunderkind, the wonder boy.

— Boris Becker · ATP No. 1 Club-Dokumentation, 2026

Häufige Fragen

Wann und wo wurde Boris Becker geboren?
Boris Becker wurde am 22. November 1967 in Leimen bei Heidelberg geboren.
Wie alt war Boris Becker bei seinem ersten Wimbledon-Sieg?
Er war 17 Jahre und 227 Tage alt und ist damit bis heute der jüngste Sieger des Wimbledon-Herreneinzels.
Wie viele Grand-Slam-Titel gewann Boris Becker?
Becker gewann sechs Grand-Slam-Titel: dreimal Wimbledon, zweimal die Australian Open und einmal die US Open.
War Boris Becker die Nummer eins der Tenniswelt?
Ja. Er erreichte 1991 die Spitze der ATP-Weltrangliste und stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins.
Warum war Boris Becker im Gefängnis?
Ein britisches Gericht verurteilte ihn 2022 wegen vier Verstößen gegen das Insolvenzrecht zu zweieinhalb Jahren Haft. Nach rund acht Monaten wurde er entlassen und nach Deutschland abgeschoben.
#Boris Becker #Bum-Bum-Boris #Grand Slam #Tennis #Wimbledon

Quellen

ATP Tour – Offizielles Spielerprofil und Karrierebilanz/[https://www.atptour.com/en/players/boris-becker/b028/bio
International](https://www.atptour.com/en/players/boris-becker/b028/bio
International) Tennis Hall of Fame – Boris Becker/[https://www.tennisfame.com/hall-of-famers/inductees/boris-becker
Reuters](https://www.tennisfame.com/hall-of-famers/inductees/boris-becker
Reuters) – Entlassung aus dem britischen Insolvenzverfahren/[https://www.reuters.com/world/uk/boris-becker-be-discharged-bankruptcy-lawyer-2024-04-25/
ATP](https://www.reuters.com/world/uk/boris-becker-be-discharged-bankruptcy-lawyer-2024-04-25/
ATP) Tour – Historischer Wimbledon-Sieg und Weg zur Nummer eins/[https://www.atptour.com/en/news/atp-no-1-club-docuseries-part-2-becker-feature](https://www.atptour.com/en/news/atp-no-1-club-docuseries-part-2-becker-feature)

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