Sir Charles Spencer Chaplin
geb. Charles Spencer Chaplin
Britischer Schauspieler, Regisseur, Produzent, Komiker und Komponist
Lebenslauf
Charlie Chaplin wurde am 16. April 1889 als Charles Spencer Chaplin in London geboren. Der britische Schauspieler, Regisseur, Produzent und Komponist gehörte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Filmgeschichte. Weltberühmt wurde er durch seine Figur des Tramps: einen kleinen Landstreicher mit Melone, Spazierstock, schmalem Schnurrbart, zu großer Hose und auffälligem Gang. Chaplin verband körperliche Komik mit Gefühl, Gesellschaftskritik und präziser Beobachtung. Klassiker wie The Kid, The Gold Rush, City Lights, Modern Times und The Great Dictator
Charlie Chaplin: Kindheit in Armut
Chaplin war der Sohn der britischen Music-Hall-Künstler Charles Chaplin senior und Hannah Chaplin, die unter dem Künstlernamen Lily Harley auftrat. Seine Eltern trennten sich früh. Der Vater litt unter Alkoholproblemen und starb 1901. Hannah konnte ihre Familie wegen finanzieller Schwierigkeiten und einer schweren psychischen Erkrankung zeitweise nicht versorgen. Charlie und sein älterer Halbbruder Sydney lebten deshalb zeitweise in Armenhäusern und öffentlichen Fürsorgeeinrichtungen.
Bereits als Kind stand Chaplin auf der Bühne. Mit etwa zehn Jahren wurde er Mitglied der Stepptanzgruppe Eight Lancashire Lads. Später spielte er in Theaterstücken und Music-Hall-Programmen. Einen wichtigen Karriereschritt bedeutete die Aufnahme in Fred Karnos erfolgreiche Comedytruppe. Mit ihr reiste Chaplin durch Großbritannien und mehrfach in die Vereinigten Staaten. Während einer dieser Tourneen wurde er für die Filmbranche entdeckt.
Der Aufstieg zum Stummfilmstar
1913 verpflichtete der Produzent Mack Sennett Chaplin für die Keystone Film Company in Kalifornien. Anfang 1914 erschien er erstmals auf der Kinoleinwand. Im Kurzfilm Kid Auto Races at Venice war die später berühmte Tramp-Kostümierung erstmals in einem veröffentlichten Film zu sehen. Die Figur verband Würde und Verletzlichkeit mit Frechheit, Improvisationskunst und einem ausgeprägten Überlebenswillen.
Chaplin lernte das junge Medium Film schnell zu beherrschen. Er spielte nicht nur die Hauptrollen, sondern übernahm zunehmend Drehbuch und Regie. Nach Keystone arbeitete er für Essanay, Mutual und First National. Mit jedem Vertrag stiegen sein Einkommen und seine kreative Kontrolle. Filme wie The Tramp, The Vagabond, Easy Street, The Immigrant und A Dog's Life
United Artists und die großen Meisterwerke
1919 gründete Chaplin gemeinsam mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und D. W. Griffith die Verleihgesellschaft United Artists. Dadurch konnte er seine Filme weitgehend unabhängig finanzieren, produzieren und vertreiben. Diese künstlerische Freiheit nutzte er für aufwendige Langfilme, an denen er häufig über mehrere Jahre arbeitete.
Mit The Kid schuf er 1921 eine wegweisende Verbindung aus Komödie und Melodram. Chaplin spielte den Tramp, der sich um ein verlassenes Kind kümmert, dargestellt von Jackie Coogan. Es folgten A Woman of Paris, The Gold Rush und The Circus. Für seine Leistungen als Autor, Schauspieler, Regisseur und Produzent von The Circus erhielt er bei der ersten Oscarverleihung einen Ehrenpreis.
Obwohl sich der Tonfilm ab Ende der 1920er-Jahre durchsetzte, hielt Chaplin zunächst an der weitgehend stummen Erzählweise fest. City Lights von 1931 erzählt von der Freundschaft des Tramps zu einer blinden Blumenverkäuferin. Der Film besitzt eine synchronisierte Musik- und Geräuschspur, verzichtet aber auf gesprochene Dialoge. Auch Modern Times aus dem Jahr 1936 verwendet Sprache nur punktuell. Die Satire zeigt den Tramp im Kampf mit Fließbandarbeit, Arbeitslosigkeit und einer zunehmend mechanisierten Gesellschaft. Es war der letzte Film, in dem Chaplin seine berühmteste Figur vollständig verkörperte.
The Great Dictator und politische Satire
1940 veröffentlichte Charlie Chaplin mit The Great Dictator seinen ersten vollständigen Tonfilm. Darin spielte er sowohl einen verfolgten jüdischen Friseur als auch den Diktator Adenoid Hynkel, eine deutliche Parodie auf Adolf Hitler. Der Film entstand zu einer Zeit, als die Vereinigten Staaten noch nicht in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren. Chaplin griff Nationalsozialismus, Antisemitismus, Militarismus und Diktatur offen an.
Berühmt wurde besonders die Schlussrede, in der der jüdische Friseur für Menschlichkeit, Freiheit und Frieden eintritt. Der Film war kommerziell erfolgreich und erhielt mehrere Oscar-Nominierungen. Später erklärte Chaplin, er hätte die Komödie wahrscheinlich nicht gedreht, wenn ihm das gesamte Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen damals bekannt gewesen wäre.
Kontroversen und Abschied von den USA
In den 1940er-Jahren geriet Chaplin zunehmend unter politischen und öffentlichen Druck. Seine liberalen Ansichten, sein Einsatz für eine zweite Front gegen das nationalsozialistische Deutschland und seine Weigerung, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft anzunehmen, machten ihn während der antikommunistischen Stimmung in den Vereinigten Staaten verdächtig. Das FBI sammelte über Jahre Material über ihn. Hinzu kamen stark beachtete Gerichtsverfahren und Kritik an seinem Privatleben.
Mit der schwarzen Komödie Monsieur Verdoux von 1947 und dem autobiografisch gefärbten Drama Limelight von 1952 entfernte sich Chaplin weiter von seiner Tramp-Figur. Als er 1952 zur Londoner Premiere von Limelight reiste, kündigten die US-Behörden an, seine Wiedereinreise von einer Anhörung abhängig zu machen. Chaplin entschied sich gegen eine Rückkehr und ließ sich mit seiner Familie in Corsier-sur-Vevey in der Schweiz nieder.
Späte Filme und Rückkehr nach Hollywood
In Europa drehte Chaplin A King in New York, eine Satire auf McCarthyismus, Konsumgesellschaft und Medienkultur. Sein letzter Spielfilm war A Countess from Hong Kong von 1967 mit Marlon Brando und Sophia Loren. Obwohl Chaplin darin nur kurz auftrat, schrieb, inszenierte und produzierte er den Film.
1972 kehrte er nach rund zwei Jahrzehnten erstmals wieder in die Vereinigten Staaten zurück. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences verlieh ihm einen Ehrenoscar für seinen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Entwicklung des Films zur Kunstform. Das Publikum begrüßte ihn mit lang anhaltendem Applaus. Ein Jahr später gewann die Musik zu Limelight einen regulären Oscar. Der Film war wegen seiner verspäteten Aufführung in Los Angeles erst 1972 preisberechtigt. Im März 1975 wurde Chaplin von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen.
Ehen, Kinder und Privatleben
Charlie Chaplin war viermal verheiratet. Seine Ehen mit den Schauspielerinnen Mildred Harris und Lita Grey endeten mit Scheidungen. Auch seine Verbindung mit Paulette Goddard, die in Modern Times und The Great Dictator an seiner Seite spielte, zerbrach. 1943 heiratete Chaplin Oona O'Neill, die Tochter des Dramatikers Eugene O'Neill. Die Ehe bestand bis zu seinem Tod.
Chaplin hatte insgesamt elf Kinder, darunter die Schauspielerin Geraldine Chaplin. Mit Oona bekam er acht Kinder und führte in der Schweiz ein vergleichsweise zurückgezogenes Familienleben. Neben seiner Filmarbeit schrieb er seine Autobiografie, entwickelte weitere Drehbuchideen und komponierte neue Musik für ältere Werke. Obwohl er keine Noten lesen konnte, arbeitete er eng mit ausgebildeten Arrangeuren und Musikern zusammen.
Tod und bleibende Bedeutung
Charlie Chaplin starb am 25. Dezember 1977 im Alter von 88 Jahren in seinem Haus in Corsier-sur-Vevey. Er wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Wenige Monate nach seinem Tod wurde sein Sarg gestohlen, um von seiner Witwe Lösegeld zu erpressen. Die Täter wurden gefasst und der Sarg wiederbestattet.
Chaplins Bedeutung liegt in seiner außergewöhnlichen Kontrolle über nahezu alle Bereiche des Filmemachens. Er schrieb, spielte, inszenierte, produzierte, schnitt und vertonte viele seiner Werke selbst. Seine Filme verbanden zugängliche Unterhaltung mit sozialen und politischen Aussagen. Der Tramp wurde zu einer universell verständlichen Figur, die trotz Armut und Demütigung ihre Würde bewahrt. Charlie Chaplin prägte nicht nur die Filmkomödie, sondern auch die Bildsprache, Erzählweise und wirtschaftliche Unabhängigkeit des modernen Autorenkinos.
Lebens-Timeline
Zitate
We think too much and feel too little.
Nothing is permanent in this wicked world – not even our troubles.
I consider myself a citizen of the world.
Häufige Fragen
Wie lautete Charlie Chaplins vollständiger Name?
Wann und wo wurde Charlie Chaplin geboren?
Welche Figur machte Charlie Chaplin berühmt?
Welche Filme von Charlie Chaplin sind besonders bekannt?
Wie viele Kinder hatte Charlie Chaplin?
Quellen
British](https://www.charliechaplin.com/en/articles/biography
British) Film Institute – [https://www.bfi.org.uk/features/chaplins-little-tramp-born-100-years-ago
Academy](https://www.bfi.org.uk/features/chaplins-little-tramp-born-100-years-ago
Academy) of Motion Picture Arts and Sciences – [https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1972
Encyclopaedia](https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/1972
Encyclopaedia) Britannica – [https://www.britannica.com/biography/Charlie-Chaplin](https://www.britannica.com/biography/Charlie-Chaplin)
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