Diego Maradona
geb. Diego Armando Maradona
Argentinischer Fußballspieler, Weltmeister von 1986 und Trainer
Lebenslauf
Diego Armando Maradona wurde am 30. Oktober 1960 in Lanús in der Provinz Buenos Aires geboren und wuchs als eines von acht Kindern in Villa Fiorito auf, einem armen Vorort der argentinischen Hauptstadt. Sein Vater arbeitete unter anderem in einer Fabrik, seine Mutter kümmerte sich um die große Familie. Schon als Kind fiel Maradona durch außergewöhnliche Ballkontrolle und Kreativität auf. Über die Jugendmannschaft Los Cebollitas gelangte er zu Argentinos Juniors. Am 20. Oktober 1976 debütierte er mit 15 Jahren in der ersten argentinischen Liga.
Früher Durchbruch in Argentinien
Bei Argentinos Juniors entwickelte sich Maradona rasch zum herausragenden Offensivspieler. Im Februar 1977 bestritt er sein erstes Länderspiel für Argentinien. Für die Weltmeisterschaft 1978 wurde er zwar nicht nominiert, doch 1979 führte er die argentinische Auswahl zum Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft und erhielt den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers. 1981 wechselte er zu Boca Juniors, dem Lieblingsverein seiner Familie, und gewann mit dem Klub die argentinische Metropolitano-Meisterschaft.
Barcelona und der Aufstieg in Neapel
Nach der Weltmeisterschaft 1982 verpflichtete der FC Barcelona Maradona für eine damalige Rekordablöse. In Spanien gewann er unter anderem die Copa del Rey und den spanischen Supercup. Seine Zeit in Barcelona wurde jedoch durch eine Hepatitis-Erkrankung, eine schwere Knöchelverletzung und Konflikte auf und neben dem Platz beeinträchtigt. 1984 wechselte er erneut für eine Rekordsumme zum SSC Neapel.
In der süditalienischen Stadt wurde Maradona zur Identifikationsfigur. Er führte den zuvor titellosen Außenseiter 1987 zur ersten italienischen Meisterschaft und zum Gewinn der Coppa Italia. 1989 gewann Neapel den UEFA-Pokal, 1990 folgten die zweite Meisterschaft und später der italienische Supercup. Maradonas Spielwitz, seine Dribblings, seine präzisen Pässe und seine Fähigkeit, Partien nahezu allein zu entscheiden, begründeten einen bis heute außergewöhnlichen Kultstatus. Das Stadion des Vereins trägt seit 2020 seinen Namen.
Weltmeisterschaft 1986 und die Hand Gottes
Den sportlichen Höhepunkt erreichte Maradona als Kapitän Argentiniens bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko. Er erzielte fünf Tore, prägte das Turnier als Spielmacher und wurde mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. Im Viertelfinale gegen England gelangen ihm innerhalb weniger Minuten zwei der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte. Den ersten Treffer erzielte er regelwidrig mit der Hand und beschrieb ihn später als eine Mischung aus seinem Kopf und der Hand Gottes. Beim zweiten Tor dribbelte er über mehr als die Hälfte des Spielfelds an mehreren Gegnern vorbei; FIFA-Wähler kürten den Treffer später zum WM-Tor des Jahrhunderts. Im Finale bereitete Maradona den entscheidenden Treffer zum 3:2 gegen die Bundesrepublik Deutschland vor.
Vier Jahre später führte er Argentinien erneut ins WM-Finale, das die Mannschaft gegen Deutschland verlor. Seine vierte Weltmeisterschaft 1994 endete nach zwei Spielen, als eine Dopingprobe Ephedrin nachwies und er vom Turnier ausgeschlossen wurde. Insgesamt absolvierte Maradona 91 Länderspiele und erzielte 34 Tore.
Späte Spielerjahre und Trainerlaufbahn
Maradonas Zeit in Neapel endete 1991 nach einer positiven Kokainprobe und einer 15-monatigen Sperre. Anschließend spielte er für den FC Sevilla und Newell’s Old Boys, bevor er zu Boca Juniors zurückkehrte. Am 25. Oktober 1997 bestritt er sein letztes Profispiel. Später arbeitete er als Trainer. Von 2008 bis 2010 betreute er die argentinische Nationalmannschaft und erreichte bei der Weltmeisterschaft 2010 das Viertelfinale. Weitere Stationen führten ihn zu Vereinen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Mexiko und Argentinien.
Privatleben, Krisen und Tod
Maradona war von 1989 bis 2004 mit Claudia Villafañe verheiratet. Aus der Ehe gingen die Töchter Dalma und Giannina hervor; zudem erkannte er weitere Kinder an. Sein Privatleben stand häufig im Mittelpunkt der Medien. Über viele Jahre kämpfte er mit Kokain- und Alkoholabhängigkeit sowie schweren gesundheitlichen Problemen. Gleichzeitig blieb er für viele Anhänger eine Symbolfigur sozialer Herkunft, rebellischer Selbstbehauptung und bedingungsloser Fußballbegeisterung.
Im November 2020 wurde Maradona wegen eines subduralen Hämatoms am Gehirn operiert. Während der anschließenden häuslichen Betreuung starb er am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren in der Umgebung von Tigre. Die Obduktion nannte ein akutes Lungenödem infolge einer verschlimmerten chronischen Herzinsuffizienz bei dilatativer Kardiomyopathie als Todesursache.
Bedeutung und Vermächtnis
Diego Maradona gilt als einer der größten Fußballspieler aller Zeiten. 2000 teilte er sich mit Pelé die FIFA-Auszeichnung als Spieler des 20. Jahrhunderts, nachdem Maradona die öffentliche Internetabstimmung gewonnen hatte und Pelé von einer Fachjury gewählt worden war. Sein Vermächtnis bleibt widersprüchlich: sportliche Genialität und ein einzigartiger Einfluss auf Argentinien und Neapel stehen persönlichen Krisen, Dopingfällen und öffentlichen Kontroversen gegenüber. Gerade diese Verbindung aus außergewöhnlichem Talent, sozialem Aufstieg, Verletzlichkeit und Widerstand machte ihn weit über den Fußball hinaus zu einer kulturellen Ikone.
Lebens-Timeline
Zitate
Ein bisschen mit dem Kopf von Maradona und ein bisschen mit der Hand Gottes.
Ich habe Fehler gemacht und dafür bezahlt, aber der Ball bleibt rein.
Häufige Fragen
Wann und wo wurde Diego Maradona geboren?
Wann wurde Diego Maradona Weltmeister?
Was war die Hand Gottes?
Welche Titel gewann Maradona mit dem SSC Neapel?
Wann und woran starb Diego Maradona?
Quellen
FIFA](https://www.fifamuseum.com/en/explore/fifamuseumplus/blog/Diego-Armando-Marado
FIFA) – Diego Maradona und die Hand Gottes/[https://www.fifa.com/en/articles/diego-maradona-argentina-england-hand-of-god-1986
UEFA](https://www.fifa.com/en/articles/diego-maradona-argentina-england-hand-of-god-1986
UEFA) – 1988/89: Maradona führt Napoli zum UEFA-Pokal/[https://www.uefa.com/uefaeuropaleague/news/00ea-0e6a0cc871e7-6a9bd3c50681-1000--1988-89-maradona-leads-the-way-for-napoli/
Reuters](https://www.uefa.com/uefaeuropaleague/news/00ea-0e6a0cc871e7-6a9bd3c50681-1000--1988-89-maradona-leads-the-way-for-napoli/
Reuters) – Obduktionsbericht zu Maradonas Tod/[https://www.reuters.com/lifestyle/sports/soccer-maradona-autopsy-shows-no-drink-or-illegal-drugs-2020-12-23/](https://www.reuters.com/lifestyle/sports/soccer-maradona-autopsy-shows-no-drink-or-illegal-drugs-2020-12-23/)
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