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Franz Beckenbauer deutsch
1945 – 2024

Franz Beckenbauer

geb. Franz Anton Beckenbauer

Deutscher Fußballspieler, Weltmeister als Kapitän und Teamchef sowie prägender Libero

deutsch deutsch 3 Aufrufe 5 Min. Lesezeit
78
Jahre alt geworden
80
wäre heute
Teilen
Geboren
11.09.1945
Geburtsort
München, Deutschland
Gestorben
07.01.2024
Sterbeort
Salzburg, Österreich
Herkunft
deutsch deutsch
Größe
181 cm
Franz Beckenbauer war ein deutscher Fußballspieler, Trainer und Funktionär. Der „Kaiser“ gewann die WM 1974 als Kapitän und 1990 als Teamchef, prägte den modernen Libero und führte den FC Bayern zu internationalen Erfolgen.

Lebenslauf

Franz Anton Beckenbauer wurde am 11. September 1945 in München geboren und wuchs im Arbeiterviertel Giesing auf. Sein Vater Franz war Postbeamter, seine Mutter Antonie kümmerte sich um die Familie. Schon als Kind spielte Beckenbauer auf den Straßen und Plätzen seines Viertels Fußball. Zunächst gehörte er dem SC München von 1906 an, ehe er 1959 in die Jugendabteilung des FC Bayern München wechselte. Der Verein war damals noch kein nationaler Spitzenklub. Beckenbauer wurde jedoch Teil einer außergewöhnlichen Generation um Sepp Maier und Gerd Müller, die den Aufstieg der Bayern entscheidend prägte.

Durchbruch beim FC Bayern

Am 6. Juni 1964 debütierte Beckenbauer in der ersten Mannschaft des FC Bayern und erzielte beim 4:0 gegen den FC St. Pauli in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga sofort ein Tor. 1965 gelang den Münchnern der Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Beckenbauer begann seine Laufbahn als offensiver Mittelfeldspieler, entwickelte sich aber zunehmend zum Libero. In dieser Rolle agierte er hinter der Abwehr, leitete Angriffe ein und rückte selbst mit dem Ball nach vorn. Mit seiner eleganten Haltung, seinem Spielverständnis und seiner Ruhe prägte er die moderne Interpretation dieser Position.

Mit Bayern gewann Beckenbauer vier deutsche Meisterschaften und viermal den DFB-Pokal. Hinzu kamen der Europapokal der Pokalsieger 1967, der Weltpokal 1976 und von 1974 bis 1976 drei Siege in Folge im Europapokal der Landesmeister, dem Vorläufer der Champions League. In der Bundesliga bestritt er für Bayern 396 Spiele und erzielte 44 Tore. 1972 und 1976 erhielt er den Ballon d’Or als Europas Fußballer des Jahres.

Welt- und Europameister mit Deutschland

Sein erstes Länderspiel absolvierte Beckenbauer am 26. September 1965 gegen Schweden. Bereits bei der Weltmeisterschaft 1966 erreichte er mit der deutschen Mannschaft das Finale gegen England. Vier Jahre später spielte er im berühmten WM-Halbfinale gegen Italien trotz einer ausgekugelten Schulter weiter, weil Deutschland das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte. Die Mannschaft verlor das als „Jahrhundertspiel“ bekannte Duell mit 3:4 nach Verlängerung.

1972 führte Beckenbauer die Bundesrepublik Deutschland als Kapitän zum ersten Europameistertitel. Den Höhepunkt seiner Spielerkarriere erlebte er am 7. Juli 1974 im Münchner Olympiastadion. Nach einem 2:1 im Finale gegen die Niederlande nahm er als Kapitän den WM-Pokal entgegen. Insgesamt bestritt er 103 Länderspiele, alle von Beginn an, und erzielte 14 Tore. In 50 Partien trug er die Kapitänsbinde. Sein letztes Länderspiel fand am 23. Februar 1977 gegen Frankreich statt.

New York Cosmos und Hamburger SV

1977 wechselte Beckenbauer zu New York Cosmos in die nordamerikanische Profiliga NASL. Dort spielte er zeitweise an der Seite von Pelé und gewann mit dem Klub dreimal die Meisterschaft. Der Transfer machte ihn auch in den Vereinigten Staaten zu einem bekannten Sportstar. 1980 kehrte er nach Deutschland zurück und schloss sich dem Hamburger SV an. Mit dem HSV wurde er 1982 noch einmal deutscher Meister. Nach einer letzten Saison bei Cosmos beendete er 1983 seine aktive Laufbahn.

Weltmeister als Teamchef

1984 übernahm Beckenbauer ohne klassische Trainerlaufbahn die deutsche Nationalmannschaft als Teamchef. Bei der Weltmeisterschaft 1986 führte er die Auswahl bis ins Finale, das Argentinien mit 3:2 gewann. Vier Jahre später erreichte Deutschland erneut das Endspiel gegen Argentinien. Am 8. Juli 1990 siegte die Mannschaft in Rom durch einen verwandelten Elfmeter von Andreas Brehme mit 1:0. Beckenbauer wurde damit nach dem Brasilianer Mário Zagallo erst der zweite Mann, der als Spieler und als Trainer beziehungsweise Teamchef Weltmeister wurde.

Nach dem WM-Triumph arbeitete er kurzzeitig bei Olympique Marseille. Später übernahm er den FC Bayern in zwei Übergangsphasen als Trainer. 1994 gewann er mit dem Verein die deutsche Meisterschaft, 1996 den UEFA-Pokal. Seine ruhige, auf die Eigenverantwortung der Spieler setzende Art unterschied sich deutlich von streng taktisch ausgerichteten Trainern.

Präsident, Funktionär und WM 2006

Von 1994 bis 2009 war Beckenbauer Präsident des FC Bayern München. Zusätzlich führte er von 2002 bis 2009 den Aufsichtsrat der ausgegliederten FC Bayern München AG und wurde danach Ehrenpräsident. In dieser Zeit entwickelte sich der Klub sportlich und wirtschaftlich zu einem der führenden Vereine Europas.

Beckenbauer leitete außerdem das deutsche Bewerbungskomitee für die Weltmeisterschaft 2006 und anschließend das Organisationskomitee des Turniers. Die WM wurde wegen der ausgelassenen Stimmung als „Sommermärchen“ bekannt. Jahre später gerieten die Vergabe und eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro in den Mittelpunkt von Ermittlungen und öffentlichen Debatten. Beckenbauer wies den Vorwurf zurück, Stimmen für die Vergabe gekauft zu haben. Ein FIFA-Ethikverfahren wurde 2021 wegen Verjährung eingestellt; zu einem Urteil über die Bestechungsvorwürfe kam es nicht.

Privatleben und Gesundheit

Beckenbauer war dreimal verheiratet: mit Brigitte Beckenbauer, Sybille Beckenbauer und seit 2006 mit Heidi Burmester. Er hatte fünf Kinder. Sein Sohn Stephan, der ebenfalls Profifußballer und später Nachwuchstrainer beim FC Bayern war, starb 2015. In seinen späteren Lebensjahren zog sich Beckenbauer wegen gesundheitlicher Probleme zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Er lebte mit seiner Familie überwiegend in Salzburg.

Tod und Vermächtnis

Franz Beckenbauer starb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren in Salzburg. Nach Angaben seiner Familie schlief er friedlich im Kreis seiner Angehörigen ein. Sein Tod löste weltweit Anteilnahme aus. Der FC Bayern veranstaltete eine große Gedenkfeier in der Allianz Arena, und zahlreiche Weggefährten würdigten seine sportliche und persönliche Bedeutung.

Beckenbauer gilt als einer der größten Fußballer des 20. Jahrhunderts. Er verband defensive Übersicht mit offensiver Kreativität und machte den Libero zu einer spielbestimmenden Position. Als Kapitän, Teamchef und Funktionär prägte er den deutschen Fußball über mehrere Jahrzehnte. Seine sportlichen Erfolge, seine Leichtigkeit am Ball und sein Einfluss auf den Aufstieg des FC Bayern begründeten den Beinamen „Kaiser“. Die Kontroversen um die WM 2006 gehören ebenso zu einer vollständigen Bewertung seines Lebens. Unbestritten bleibt jedoch, dass nur wenige Persönlichkeiten den internationalen Fußball als Spieler, Trainer und Funktionär in vergleichbarer Weise beeinflusst haben.

Lebens-Timeline

1945
Geburt in München
Franz Anton Beckenbauer wird in München geboren und wächst im Stadtteil Giesing auf.
1964
Debüt für den FC Bayern
Beim 4:0 gegen den FC St. Pauli bestreitet Beckenbauer sein erstes Spiel für die erste Mannschaft und erzielt ein Tor.
1972
Europameister als Kapitän
Deutschland besiegt die Sowjetunion im EM-Finale mit 3:0.
1974
Weltmeister als Kapitän
Beckenbauer führt die deutsche Mannschaft im Münchner Finale zum 2:1-Sieg gegen die Niederlande.
1990
Weltmeister als Teamchef
In Rom gewinnt Deutschland das WM-Finale gegen Argentinien mit 1:0.
2000
WM 2006 nach Deutschland geholt
Die FIFA vergibt die Weltmeisterschaft 2006 an die von Beckenbauer angeführte deutsche Bewerbung.
2024
Tod in Salzburg
Franz Beckenbauer stirbt im Alter von 78 Jahren im Kreis seiner Familie.

Zitate

Geht's raus, habt Spaß und spielt's Fußball.

— Franz Beckenbauer · Kabinenansprache vor dem WM-Finale gegen Argentinien, 1990

Ich glaube, dass die deutsche Mannschaft über Jahre hinaus nicht zu besiegen sein wird.

— Franz Beckenbauer · Pressekonferenz nach dem WM-Sieg in Rom, 1990

Das Einzige, was sich in der ersten Hälfte bewegt hat, war der Wind.

— Franz Beckenbauer · Kommentar zum deutschen WM-Spiel gegen Kamerun, 2002

Häufige Fragen

Wann und wo wurde Franz Beckenbauer geboren?
Franz Beckenbauer wurde am 11. September 1945 in München geboren.
Wann und wo starb Franz Beckenbauer?
Er starb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren in seiner Wahlheimat Salzburg.
Wie oft wurde Franz Beckenbauer Weltmeister?
Er wurde 1974 als Kapitän der deutschen Mannschaft und 1990 als Teamchef Weltmeister.
Wie viele Länderspiele bestritt Franz Beckenbauer?
Beckenbauer absolvierte 103 Länderspiele für die Bundesrepublik Deutschland und erzielte 14 Tore.
Warum wurde Franz Beckenbauer der Kaiser genannt?
Der Beiname bezog sich auf seine elegante, souveräne Spielweise und seine natürliche Autorität auf und neben dem Platz.
#Der Kaiser #FC Bayern München #Franz Beckenbauer #Libero #Weltmeister 1974

Quellen

Deutscher Fußball-Bund – Beckenbauer: Titel pflastern seinen Weg/[https://www.dfb.de/news/detail/beckenbauer-titel-pflastern-seinen-weg-258071
FC](https://www.dfb.de/news/detail/beckenbauer-titel-pflastern-seinen-weg-258071
FC) Bayern München – Franz Beckenbauer, Ehrenpräsident und Vereinslegende/[https://fcbayern.com/en/club/fcb-club/franz-beckenbauer
FIFA](https://fcbayern.com/en/club/fcb-club/franz-beckenbauer
FIFA) – West Germany legend Franz Beckenbauer passes away/[https://www.fifa.com/en/news/articles/franz-beckenbauer-west-germany-bayern-munich-legend-dies-passes-away
Reuters](https://www.fifa.com/en/news/articles/franz-beckenbauer-west-germany-bayern-munich-legend-dies-passes-away
Reuters) – FIFA-Ethikverfahren wegen Verjährung eingestellt/[https://www.reuters.com/sports/soccer/beckenbauer-fifa-ethics-case-dropped-after-time-runs-out-2021-02-25/](https://www.reuters.com/sports/soccer/beckenbauer-fifa-ethics-case-dropped-after-time-runs-out-2021-02-25/)

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