PewDiePie
geb. Felix Arvid Ulf Kjellberg
Schwedischer YouTuber, Webvideoproduzent und Pionier der internationalen Gaming-Kultur
Lebenslauf
PewDiePie wurde am 24. Oktober 1989 als Felix Arvid Ulf Kjellberg in Göteborg geboren. Der schwedische YouTuber wurde mit kommentierten Gaming-Videos bekannt und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten unabhängigen Webvideoproduzenten der Welt. Sein Kanal überschritt 2019 als erster Kanal eines einzelnen YouTube-Schöpfers die Marke von 100 Millionen Abonnenten. Mit seiner direkten Ansprache, seinem schnellen Humor und einer eng eingebundenen Fangemeinschaft prägte er die Entwicklung der internationalen YouTube-Kultur.
PewDiePie: Herkunft und Ausbildung
Felix Kjellberg wuchs mit seiner älteren Schwester Fanny in Göteborg auf. Seine Eltern Johanna und Ulf Kjellberg waren in leitenden beruflichen Positionen tätig. Schon als Kind interessierte sich Felix für Videospiele und zeichnete Figuren aus bekannten Spielereihen. Besonders gern spielte er auf dem Super Nintendo. Während seiner Jugend verbrachte er viel Zeit mit Computerspielen und beschäftigte sich außerdem mit Bildbearbeitung und digitaler Kunst.
Nach dem Schulabschluss begann Kjellberg 2008 ein Studium im Bereich Industriewirtschaft und Technologiemanagement an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Er brach das Studium 2011 ab, weil ihn das Studienfach nach eigenen Angaben nicht ausreichend interessierte. Später stellte er klar, dass er die Hochschule nicht einfach wegen einer bereits erfolgreichen YouTube-Karriere verlassen habe. Um seine ersten Videos und die dafür benötigte Technik zu finanzieren, arbeitete er zeitweise in verschiedenen Jobs und verkaufte eigene, mit Bildbearbeitungssoftware gestaltete Drucke.
Start des YouTube-Kanals
Kjellberg hatte bereits 2006 einen YouTube-Account mit dem Namen Pewdie registriert. Nachdem er den Zugriff auf dieses Konto verloren hatte, eröffnete er am 29. April 2010 den Kanal PewDiePie. Der Name verbindet laut seiner eigenen Erklärung das Geräusch eines Laserschusses, das englische Wort für Sterben und die Endung Pie.
Seine frühen Videos bestanden vor allem aus kommentierten Spielszenen. Große Aufmerksamkeit erhielt er mit sogenannten Let's Plays zu Horror- und Actionspielen wie Amnesia: The Dark Descent. Während er spielte, reagierte er sichtbar und lautstark auf überraschende oder beängstigende Situationen. Dieser persönliche und humorvolle Stil unterschied seine Beiträge von sachlichen Komplettlösungen und machte die Videos auch für Zuschauer unterhaltsam, die das jeweilige Spiel nicht selbst spielten.
Kjellberg sprach seine Fans lange als Bros an und bezeichnete die Gemeinschaft als Bro Army. Seine Begrüßungen, Running Gags und wiederkehrenden Gesten förderten eine starke Bindung zwischen ihm und seinem Publikum. Der Kanal wuchs 2012 und 2013 besonders schnell. Am 15. August 2013 wurde PewDiePie erstmals zum meistabonnierten Nutzerkanal auf YouTube. Nach einer kurzen Unterbrechung übernahm er Ende 2013 erneut die Spitzenposition und behielt sie über mehrere Jahre.
Formate, Spiele und weitere Projekte
Mit zunehmender Bekanntheit erweiterte PewDiePie sein Angebot. Neben Horror-Games veröffentlichte er Videos zu Minecraft, Happy Wheels und zahlreichen unabhängigen Spielen. Später kamen Vlogs, Meme-Reaktionen, Nachrichtenparodien, Comedy-Beiträge und Kommentare zur Internetkultur hinzu. Bekannte Formate waren unter anderem Fridays with PewDiePie, Meme Review, LWIAY und PEW News.
Seine große Reichweite konnte die Bekanntheit kleiner Spiele deutlich steigern. Damit zeigte seine Karriere früh, welchen wirtschaftlichen Einfluss einzelne Online-Schöpfer auf die Spielebranche ausüben können. Zugleich veröffentlichte er eigene Produkte. 2015 erschien das satirische Buch This Book Loves You. Im selben Jahr wurde das Videospiel PewDiePie: Legend of the Brofist veröffentlicht, 2016 folgte PewDiePie's Tuber Simulator. Außerdem produzierte YouTube die Unterhaltungssendung Scare PewDiePie.
Das Magazin Time nahm Felix Kjellberg 2016 in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen auf. Seine Bedeutung beruhte nicht allein auf hohen Aufrufzahlen. Er stand beispielhaft für eine neue Form der Berühmtheit, bei der eine Einzelperson ohne Fernsehsender, Filmstudio oder Plattenfirma ein weltweites Publikum erreichen konnte.
Kontroversen und öffentliche Kritik
Die Karriere von PewDiePie wurde wiederholt von Kontroversen begleitet. Einige Videos enthielten antisemitische Darstellungen, nationalsozialistische Bildsprache oder andere beleidigende Inhalte, die Kjellberg als provokanten beziehungsweise satirischen Humor bezeichnete. 2017 beendete das zu Disney gehörende Netzwerk Maker Studios die Zusammenarbeit mit ihm. YouTube sagte zudem die Veröffentlichung einer weiteren Staffel von Scare PewDiePie ab. Kjellberg erklärte, er unterstütze keine hasserfüllten Ideologien, räumte jedoch ein, dass bestimmte Scherze zu weit gegangen und beleidigend gewesen seien.
Weitere Kritik entstand, nachdem er während eines Livestreams eine rassistische Beleidigung verwendete. Er entschuldigte sich später dafür. Diese Vorfälle lösten eine breitere Debatte darüber aus, welche Verantwortung ein reichweitenstarker Online-Unterhalter für Sprache, Ironie und die mögliche Wirkung seiner Inhalte trägt.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt von 2018 bis 2019 der Wettbewerb zwischen PewDiePie und dem indischen Musikkanal T-Series um die meisten YouTube-Abonnenten. Fans verbreiteten weltweit den Slogan Subscribe to PewDiePie. Die Kampagne führte zu kreativen Aktionen, wurde jedoch auch für Vandalismus und andere problematische Vorfälle verwendet. Nachdem der Attentäter von Christchurch den Slogan vor seinem Anschlag ausgesprochen hatte, zeigte sich Kjellberg entsetzt und rief zur Beendigung der Kampagne auf.
100 Millionen Abonnenten
Im August 2019 erreichte PewDiePie die Marke von 100 Millionen Abonnenten. T-Series hatte diesen Wert zwar bereits zuvor als Unternehmenskanal überschritten, Kjellberg war jedoch der erste einzelne YouTube-Schöpfer, dem dies gelang. Der Erfolg galt als historischer Meilenstein der Creator Economy. In späteren Jahren wurde sein Kanal von anderen Einzelpersonen überholt, doch sein Einfluss auf die erste große Generation professioneller YouTuber blieb bestehen.
Ehe mit Marzia und Leben in Japan
Felix Kjellberg lernte die italienische Internetpersönlichkeit und Designerin Marzia Bisognin 2011 über das Internet kennen. Nach einer Fernbeziehung lebte das Paar unter anderem in Italien, Schweden und im englischen Brighton. Am 19. August 2019 heirateten Felix und Marzia in London.
Das Paar hatte schon länger den Wunsch, nach Japan zu ziehen, und erwarb dort ein Haus. Reisebeschränkungen während der COVID-19-Pandemie verzögerten den Umzug. Im Mai 2022 ließen sich Felix und Marzia dauerhaft in Japan nieder. Am 11. Juli 2023 wurde ihr Sohn Björn geboren. Seitdem zeigt Kjellberg in ausgewählten Videos Ausschnitte aus seinem Familienleben, schützt jedoch zugleich die Privatsphäre seines Kindes.
Seine Veröffentlichungen wurden im Laufe der Zeit seltener und persönlicher. Anstelle des früheren täglichen Produktionsrhythmus beschäftigt er sich stärker mit Familie, Kunst, Fitness, Technik, Reisen und dem Alltag in Japan. Er bezeichnete seinen späteren Umgang mit YouTube sinngemäß als eine Form des Ruhestands: Er müsse nicht mehr aus geschäftlichem Druck veröffentlichen, sondern könne Videos aus persönlichem Interesse produzieren.
Soziales Engagement und Bedeutung
PewDiePie nutzte seine Reichweite mehrfach für Spendenaktionen. Gemeinsam mit seiner Community unterstützte er unter anderem Projekte von Charity: Water, Save the Children und weiteren Hilfsorganisationen. Dabei kamen über die Jahre hohe Spendensummen zusammen. Die Aktionen verdeutlichten, dass große Online-Gemeinschaften nicht nur Unterhaltung konsumieren, sondern auch für soziale Zwecke mobilisiert werden können.
PewDiePie gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des professionellen Gaming- und Unterhaltungsvideos im Internet. Er trug dazu bei, Let's Plays von einem Nischenformat zu einem globalen Bestandteil der Popkultur zu machen. Sein Aufstieg zeigte, dass einzelne Kreative über digitale Plattformen eine Reichweite erreichen können, die früher fast ausschließlich großen Medienunternehmen vorbehalten war. Gleichzeitig stehen seine Kontroversen beispielhaft für die Risiken einer ungefilterten Online-Kommunikation vor einem Millionenpublikum. Seine Biografie verbindet daher außergewöhnlichen digitalen Erfolg mit Diskussionen über Humor, Verantwortung, Plattformmacht und den Wandel moderner Berühmtheit.
Lebens-Timeline
Zitate
It seems like the whole world cares more about how much money I make than I do myself.
I made the mistake of picking a charity that I was advised to instead of picking a charity that I'm personally passionate about.
Häufige Fragen
Wie heißt PewDiePie mit richtigem Namen?
Wann wurde PewDiePie geboren?
Warum ist PewDiePie berühmt?
Ist PewDiePie verheiratet?
Wo lebt PewDiePie heute?
Quellen
TIME](https://www.biography.com/celebrities/pewdiepie-felix-kjellberg
TIME) – [https://time.com/4348958/pewdiepie-2/
The](https://time.com/4348958/pewdiepie-2/
The) Guardian – [https://www.theguardian.com/technology/2019/aug/25/pewdiepie-surpasses-100m-subscribers-youtube
The](https://www.theguardian.com/technology/2019/aug/25/pewdiepie-surpasses-100m-subscribers-youtube
The) Guardian – [https://www.theguardian.com/technology/2019/sep/12/youtube-pewdiepie-donation-anti-defamation-league](https://www.theguardian.com/technology/2019/sep/12/youtube-pewdiepie-donation-anti-defamation-league)
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