Zinédine Zidane
geb. Zinédine Yazid Zidane
Französischer Fußballspieler, Weltmeister und dreifacher Champions-League-Sieger als Trainer
Lebenslauf
Zinédine Yazid Zidane wurde am 23. Juni 1972 in Marseille geboren und wuchs im Stadtviertel La Castellane auf. Seine Eltern waren aus der algerischen Kabylei nach Frankreich eingewandert. Zidane war das jüngste von fünf Kindern einer Arbeiterfamilie. Schon früh spielte er auf den Plätzen seiner Nachbarschaft Fußball. Nach ersten Stationen bei Vereinen aus dem Raum Marseille wurde er von einem Talentscout der AS Cannes entdeckt. Mit 14 Jahren wechselte er in das Nachwuchszentrum des Klubs und lebte fortan fern von seiner Familie.
Profidebüt und Durchbruch in Frankreich
Sein Debüt in der französischen ersten Liga gab Zidane 1989 für die AS Cannes. Der technisch herausragende Mittelfeldspieler fiel durch seine enge Ballführung, seine Übersicht und seine elegante Spielweise auf. 1992 wechselte er zu Girondins Bordeaux. Dort bildete er mit Spielern wie Bixente Lizarazu und Christophe Dugarry eine erfolgreiche Mannschaft. Bordeaux erreichte 1996 das Finale des UEFA-Pokals, unterlag dort jedoch dem FC Bayern München.
Für die französische Nationalmannschaft debütierte Zidane am 17. August 1994 gegen Tschechien. Nach seiner Einwechslung erzielte er innerhalb weniger Minuten zwei Tore und sicherte Frankreich ein 2:2. Insgesamt absolvierte er bis 2006 insgesamt 108 Länderspiele und erzielte 31 Treffer.
Erfolge mit Juventus Turin
Nach der Europameisterschaft 1996 schloss sich Zidane Juventus Turin an. Mit dem italienischen Spitzenklub gewann er 1997 und 1998 die Serie A. Hinzu kamen der Weltpokal und der UEFA-Supercup 1996. Juventus erreichte mit ihm außerdem zweimal in Folge das Finale der Champions League, verlor jedoch 1997 gegen Borussia Dortmund und 1998 gegen Real Madrid.
In Italien entwickelte sich Zidane zu einem der besten Spielmacher der Welt. Er kontrollierte das Tempo, öffnete mit präzisen Pässen Räume und konnte sich mit schnellen Drehungen aus engem Raum befreien. Besonders bekannt wurde die nach ihm benannte Zidane-Roulette, bei der er sich mit einer vollständigen Drehung am Gegenspieler vorbeibewegte.
Weltmeister und Europameister mit Frankreich
Den größten Erfolg seiner Spielerkarriere feierte Zidane bei der Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land. Im Finale gegen Brasilien erzielte er nach zwei Eckbällen jeweils per Kopf die ersten beiden Tore. Frankreich gewann mit 3:0 und wurde erstmals Weltmeister. Zidane wurde anschließend mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet und zum FIFA-Weltfußballer des Jahres gewählt.
Bei der Europameisterschaft 2000 führte er Frankreich zum nächsten großen Titel. Zidane überzeugte besonders im Viertelfinale gegen Spanien und im Halbfinale gegen Portugal, in dem er das entscheidende Golden Goal per Elfmeter erzielte. Frankreich besiegte Italien im Finale mit 2:1 und wurde als amtierender Weltmeister zugleich Europameister. Die UEFA kürte Zidane zum besten Spieler des Turniers.
Nach der Europameisterschaft 2004 erklärte er zunächst seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. 2005 kehrte er jedoch zurück und half Frankreich bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006. Dort führte er die Mannschaft als Kapitän bis ins Finale. Im Endspiel gegen Italien erzielte er per Panenka-Elfmeter das 1:0. In der Verlängerung wurde er nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi des Feldes verwiesen. Italien gewann anschließend im Elfmeterschießen. Zidane erhielt dennoch den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers. Das Finale war zugleich das letzte Spiel seiner aktiven Karriere.
Real Madrid und das berühmte Finaltor
Im Sommer 2001 wechselte Zidane für eine damalige Rekordablöse zu Real Madrid. Er wurde Teil der als Galácticos bekannten Mannschaft um Luís Figo, Ronaldo, Raúl und Roberto Carlos. Den bedeutendsten Moment seiner Vereinskarriere erlebte er am 15. Mai 2002 im Champions-League-Finale gegen Bayer Leverkusen. Kurz vor der Halbzeit verwandelte er eine hohe Flanke mit einem direkten Volleyschuss zum 2:1-Siegtreffer. Das Tor gilt als eines der schönsten in der Geschichte des Wettbewerbs.
Mit Real Madrid gewann Zidane außerdem die spanische Meisterschaft, den Weltpokal, den UEFA-Supercup und zweimal den spanischen Supercup. In fünf Spielzeiten absolvierte er 227 Pflichtspiele für den Klub und erzielte 49 Tore. Neben dem Ballon d’Or 1998 wurde er 1998, 2000 und 2003 zum FIFA-Weltfußballer des Jahres gewählt.
Erfolgreiche Trainerkarriere bei Real Madrid
Nach seiner Spielerkarriere kehrte Zidane in unterschiedlichen Funktionen zu Real Madrid zurück. Er arbeitete zunächst als Berater und Sportdirektor, später als Assistent von Carlo Ancelotti. In dieser Rolle war er 2014 am Gewinn der zehnten Champions-League-Trophäe des Klubs beteiligt. Anschließend übernahm er die zweite Mannschaft Real Madrid Castilla.
Am 4. Januar 2016 wurde Zidane Cheftrainer der ersten Mannschaft. Bereits in seiner ersten Saison gewann er die Champions League. Es folgten weitere Titel 2017 und 2018. Zidane wurde damit zum ersten Trainer, der die Champions League dreimal in ununterbrochener Folge gewann. Zusätzlich holte er in seiner ersten Amtszeit die spanische Meisterschaft, zweimal die Klub-Weltmeisterschaft, zweimal den UEFA-Supercup und den spanischen Supercup.
Nach dem Champions-League-Triumph 2018 trat Zidane überraschend zurück. Im März 2019 kehrte er auf die Trainerbank von Real Madrid zurück. In seiner zweiten Amtszeit gewann er 2020 erneut die spanische Meisterschaft und den Supercup. Im Mai 2021 verließ er den Verein. Insgesamt holte er als Cheftrainer von Real Madrid elf Titel.
Nationaltrainer von Frankreich
Am 28. Juli 2026 ernannte der französische Fußballverband Zidane zum neuen Trainer der Nationalmannschaft. Er trat das Amt am 1. August an und folgte auf seinen früheren Mitspieler Didier Deschamps. Sein Vertrag läuft bis zur Weltmeisterschaft 2030. Damit erfüllte sich Zidane seinen seit Jahren öffentlich geäußerten Wunsch, eines Tages die Équipe de France zu trainieren.
Privatleben
Zidane ist seit 1994 mit Véronique Fernández verheiratet. Das Paar hat vier Söhne: Enzo, Luca, Théo und Elyaz. Alle vier schlugen eine Laufbahn im Fußball ein. Die Familie lebte während Zidanes Karriere viele Jahre in Spanien. Trotz seiner weltweiten Bekanntheit hält Zidane sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Seine Herkunft aus einem von Einwanderung und sozialen Problemen geprägten Viertel machte ihn in Frankreich zu einer wichtigen Identifikationsfigur. Zidane engagierte sich wiederholt bei Benefizspielen und unterstützte humanitäre Projekte. Ab 2001 war er zudem als Botschafter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen aktiv.
Bedeutung und Vermächtnis
Zinédine Zidane gilt als einer der bedeutendsten Fußballspieler seiner Generation. Sein Spiel war von Eleganz, außergewöhnlicher Ballkontrolle, taktischer Übersicht und technischer Kreativität geprägt. Er konnte wichtige Begegnungen mit einzelnen Aktionen entscheiden und erreichte mit Frankreich sowohl den Welt- als auch den Europameistertitel.
Als Trainer übertrug Zidane seine Ruhe und sein Verständnis für Spitzenspieler erfolgreich auf Real Madrid. Drei Champions-League-Titel in Folge begründeten seinen Rang als einer der erfolgreichsten Trainer der modernen europäischen Vereinsgeschichte. Seine Ernennung zum französischen Nationaltrainer verband 2026 schließlich die beiden wichtigsten Kapitel seiner Laufbahn. Zidane bleibt damit als Spieler, Trainer und Symbolfigur des französischen Fußballs von außergewöhnlicher Bedeutung.
Lebens-Timeline
Zitate
Il n’y a rien de plus grand que l’Équipe de France.
J’ai passé les dernières années à attendre ce jour.
I always remained faithful to my footballing philosophy.
Häufige Fragen
Wann und wo wurde Zinédine Zidane geboren?
Für welche Vereine spielte Zinédine Zidane?
Welche großen Titel gewann Zidane als Spieler?
Wie oft gewann Zidane als Trainer die Champions League?
Ist Zinédine Zidane Trainer der französischen Nationalmannschaft?
Quellen
Fédération](https://www.fff.fr/equipe-nationale/joueur/9772-zidane-zinedine/fiche.html
Fédération) Française de Football – Zinédine Zidane, neuer Nationaltrainer/[https://www.fff.fr/article/17144-zinedine-zidane-nouveau-selectionneur-des-bleus.html
Real](https://www.fff.fr/article/17144-zinedine-zidane-nouveau-selectionneur-des-bleus.html
Real) Madrid – Zinedine Zidane: History and honours/[https://www.realmadrid.com/en-US/the-club/history/football-legends/zinedine-zidane
UEFA](https://www.realmadrid.com/en-US/the-club/history/football-legends/zinedine-zidane
UEFA) – Champions-League-Rekorde erfolgreicher Trainer/[https://www.uefa.com/uefachampionsleague/news/0275-15407684c988-5b733e851bf5-1000--champions-league-winning-coaches-carlo-ancelotti-leads-the/](https://www.uefa.com/uefachampionsleague/news/0275-15407684c988-5b733e851bf5-1000--champions-league-winning-coaches-carlo-ancelotti-leads-the/)
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