KNDS Deutschland hat auf der Euro‑Satuary 2026 eine deutlich verbesserte und reifere Version des ARC 3.0 angekündigt.
Der Technologiedemonstrator, der erstmals 2024 vorgestellt wurde und auf dem Leopard 2 basiert, verfolgt ein neues Konzept: Es geht um eine moderne Kampfpanzerfamilie, also um ein Gesamtsystem, das weiterentwickelt werden kann.
Sehr wahrscheinlich ist dieser Demonstrator eine frühe Entwicklungsstufe in Richtung Leopard 3. Darauf weist auch der Name hin. Schon jetzt trägt das Fahrzeug Merkmale der nächsten Evolutionsstufe eines zukünftigen deutschen Kampfpanzers.
Wichtig: Zum Zeitpunkt der Aufnahme stehen mir nur die hier gezeigten Aufnahmen zur Verfügung. Deshalb sind einige Aussagen spekulativ und können später korrigiert werden. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die teils deutlichen Änderungen der zweiten Version des ARC 3.0, weil sie sehr signifikant sind. Eine Gegenüberstellung beider Ausbaustufen aus ähnlichem Blickwinkel macht das klar.
1) Der Turm: gleiche Grundidee, aber deutlich weiterentwickelt
Zuerst betrachten wir den weiterentwickelten Turm. Seine Grundform und Funktion bleibt gleich, aber im Detail wirkt er deutlich ausgereifter. Außerdem hat der Turm etwas an Höhe gewonnen.
Primärbewaffnung bleibt unverändert
Die Hauptbewaffnung ist weiterhin eine 120 mm L55 Glattrohrkanone RH 120 von Rheinmetall. Sie ist wie bisher in der speziellen ARC‑Lafettierung installiert.
Durch die stetige Weiterentwicklung der Munition (z. B. DM73 oder zukünftig DM83) hat die 120‑mm‑Kanone weiterhin mehr als genug Durchschlagsleistung.
Gleichzeitig ist die Lafettierung bereits auf größere Kaliber vorbereitet. Dadurch wäre eine Integration der 130 mm L51 bei Bedarf problemlos möglich.
Bei der Hauptwaffe bleibt also zunächst alles beim Alten.
Sekundärbewaffnung bekommt ein großes Upgrade
Bei der Sekundärbewaffnung gibt es dagegen ein deutliches Upgrade:
- Bei diesem Demonstrator wurde auf die Integration des zuvor verbauten Raketenwerfers verzichtet.
- Vermutlich geschah das zugunsten der anderen Systeme im Turm und zugunsten der Anzahl der Geschosse im Autolader.
- Das ist auch in den On‑Top‑Aufnahmen erkennbar.
- Gleichzeitig sind die Wartungsluken für die einzelnen Komponenten gut sichtbar.
Nicht verzichtet wurde jedoch auf die vollständige Integration der vorher nur angedeuteten Waffenstationen auf dem Turm.
Besonders auffällig: Die 30‑mm‑Maschinenkanone ist deutlich größer geworden und hat eine Doppelgurtzuführung für unterschiedliche Munitionstypen. Sie soll nicht nur zur Nahbereichsverteidigung am Boden dienen, sondern auch Luftziele wie Drohnen bekämpfen können.
Durch die aktiven Sensoren am Turm können solche Ziele auch erfasst werden.
Die zuvor an der Waffenstation angebrachte Nebelmittelwurfanlage wurde nun an die Turmseiten verlagert.
Die Paneele für das abstandsaktive Schutzsystem sind deutlich kleiner als beim Modell von 2024. Die Werfer bleiben jedoch an derselben Position.
2) Die Wanne: deutlich mehr Schutz und neue Auslegung
Nicht nur der Turm wurde stark optimiert. Auch die Wanne scheint ein klares Upgrade erhalten zu haben.
Auffällig ist die deutlich verstärkte Frontpartie, die fast schon bullig wirkt.
Da die Besatzung auf drei Mann reduziert wird (weil ein Ladeschütze nicht mehr nötig ist), wird die Besatzung komplett wannenfest untergebracht. Das bedeutet: Das neue Konzept erfordert eine angepasste, stärker geschützte Wanne.
Darum wird die Wanne gegenüber einem Leopard 2A8 offenbar nochmals deutlich verstärkt. Besonders die Frontoberwanne scheint spürbar an Panzerungsstärke gewonnen zu haben.
Die zuvor verbauten Sensoren in der Front sind weggefallen.
Außerdem wurde der hintere Teil der Seitenschürzen entfernt. Spekulativ könnte das damit zusammenhängen, dass die Besatzung komplett in die Fahrzeugfront verlegt wurde.
Neu bzw. auffälliger umgesetzt ist auch die zusätzliche Panzerungsschicht zwischen Turm und Wanne. Als Teil des Drei‑Schichten‑Schutzkonzepts wurde sie über einen großen Teil der Wanne gelegt.
3) Fazit: deutlich näher an Prototyp oder Serie
Kurz zusammengefasst wirkt dieser Demonstrator viel näher an einer prototypischen oder seriennahen Lösung als das Modell von 2024. Viele Elemente, die vorher eher wie Platzhalter wirkten, wurden durch praktikablere Lösungen ersetzt.
Am offensichtlichsten ist die neue Waffenstation, die nun auch über eine Munitionszuführung verfügt.
Ich halte das System weiterhin für wegweisend für den deutschen Panzerbau, weil es versucht, bekannte Probleme früherer (und teilweise auch heutiger) Kampfpanzer‑Generationen zu lösen:
zum Beispiel Gewicht, Gesamtschutz sowie die Abwehr von Drohnen und Top‑Attack‑Waffen.
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