Schauen Sie, die Freundschaft zwischen Amerika und Israel war einst so eng, und genauso eng war früher die Beziehung zwischen Amerika und dem Iran – die beiden Länder waren einst engste Verbündete.
Doch nach 1979 wurden aus diesen Freunden erbitterte Feinde. Wie kam es dazu, dass sich der Iran vom westlichen Einfluss abwandte und ein islamisches Regime entstand?
Damals förderten Amerika und Großbritannien im Iran ungehemmt Erdöl und transportierten es in ihre eigenen Länder. Doch dann kam Premierminister Mohammad Mossadegh an die Macht. Mossadegh nationalisierte die sämtlichen iranischen Erdölgesellschaften, von denen Großbritannien und Amerika bislang das Öl förderten. Über Nacht wurden diese Unternehmen zu Staatsbetrieben erklärt, und die westlichen Firmen mussten das Land verlassen. Die iranische Bevölkerung war darüber sehr erfreut; die Briten hingegen waren alles andere als begeistert.
Schließlich wurde im Iran der Schah Mohammad Reza Pahlavi an die Macht gebracht. Dieser errichtete eine Monarchie und war fortan eine Marionette der Amerikaner. Nach seiner Machtübernahme wurde das iranische Erdöl nun wieder von den Amerikanern ausgebeutet und in deren Raffinerien verarbeitet. Das Volk jedoch war zunehmend unzufrieden mit Reza Pahlavi. Besonders lautstark protestierte Ruhollah Khomeini gegen das Regime, aber der Schah versuchte, diesen Widerstand mit aller Härte zu unterdrücken.
Wer sich gegen Reza Pahlavi stellte, wurde von seiner berüchtigten Geheimpolizei SAVAK verfolgt. Viele Regimekritiker verschwanden aus ihren Häusern und wurden gefoltert oder getötet. Reza Pahlavi war außerdem ein lebenslustiger Mensch mit starker Neigung zu Alkohol und Exzessen. Inspiriert von Amerika führte er die sogenannte „Weiße Revolution“ durch und versuchte, den westlichen Lebensstil im Land zu etablieren. Er meinte, die Menschen würden ihm weniger Vorwürfe machen, wenn sie selbst dem Alkohol zusprächen, und so versuchte er, das Volk diesen Lebensstil übernehmen zu lassen.
Die westliche Freizügigkeit verbreitete sich rasant, bis schließlich Männer in Unterwäsche durch die Straßen liefen. Interessanterweise würden Menschen im Westen solches Verhalten zwar auf andere Kulturen projizieren, es aber bei sich selbst anders bewerten. Reza Pahlavi und seine Frau verschwendeten enorme Summen an Geld – seine Frau war dabei ebenso ausschweifend wie er. 1971 beging der Schah jedoch einen schwerwiegenden Fehler: Er veranstaltete ein prunkvolles Fest und lud Diplomaten und Staatsoberhäupter aus aller Welt nach Persepolis ein. Zu diesem Anlass wurden erhebliche Gelder verschwendet, was weltweit für Kritik sorgte.
Ein weiterer Fehler des Schahs war das brutale Vorgehen gegen Demonstrierende am 8. September 1978. Nach dem Freitagsgebet protestierten viele Menschen gegen das Regime, während Amerika den Schah weiterhin unterstützte. Schließlich entwickelte sich daraus eine breite Volksbewegung, sodass der Schah im Januar 1979 fliehen musste. Kurz darauf, im Februar 1979, kehrte Ruhollah Khomeini nach Iran zurück und wurde begeistert empfangen. Das Volk verlangte, den geflohenen Schah auszuliefern und in Teheran öffentlich hinzurichten.
Mit Khomeinis Rückkehr begann ein radikaler Bruch mit dem westlichen Lebensstil. Die Alkohol- und Tanzszenen, die durch die westliche Kultur entstanden waren, wurden verboten; alles Westliche wurde abgelehnt. Khomeini ordnete an, dass die Menschen ihre Lizenz zum Alkoholverkauf aufgeben sollten. Wer sich widersetzte, wurde hart bestraft. Frauen mussten wieder vollständige Kleidung tragen; westliche Freizügigkeit wurde als verderblich angesehen.
Europa legt Wert darauf, attraktiv zu erscheinen, doch im Iran galt maßvolle Bedeckung als Ausdruck von Respekt. Khomeini vertrat die Ansicht, wahre Schönheit liege nicht in der westlichen Freizügigkeit, sondern im natürlichen Anstand. Reza Pahlavi hingegen suchte Asyl und fand es schließlich in den Vereinigten Staaten, dank US-Präsident Jimmy Carter. Dies sorgte für große Empörung unter den iranischen Studenten und der Bevölkerung, die forderte, den Schah auszuliefern, um ihn auf Teherans Straßen zu hängen.
Der Zorn auf Amerika wuchs, besonders als die USA den todkranken Schah trotz Erkrankung nicht auslieferten. Am 4. November 1979 stürmten daher Studentinnen und Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nahmen 52 Diplomaten als Geiseln – allesamt hochrangige Vertreter. Diese wurden mit verbundenen Augen durch die Straßen Teherans geführt; Amerika als Supermacht war machtlos.
Trotz mehrfacher Bitten von US-Präsident Carter weigerte sich Khomeini, die Geiseln freizulassen. Erst wenn Amerika den ehemaligen Schah ausliefere, so die Forderung, würden die Geiseln freigelassen werden. Die USA froren daraufhin iranische Konten ein, was den Konflikt verstärkte. Die Medien in Amerika erhöhten den Druck auf Präsident Carter, der schließlich 1980 einem Militärmanöver zustimmte: Die „Operation Eagle Claw“.
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